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Mosel Saar Ruwer

Mosel Saar Ruwer

MOSEL von Jens Priewe Riesling von der Mosel ist bei Kennern in aller Welt der Inbegriff des deutschen Weins. Mit ihm verbindet sich die Vorstellung eines leichten, ja filigranen Weissweins, dessen Qualität nicht auf Fülle oder Wucht, sondern auf Feinheit beruht. Weine dieses Typus findet man nur sehr selten auf der Erde. Um genau zu sein: nirgendwo sonst. Zum Leichten,...

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MOSEL von Jens Priewe


Riesling von der Mosel ist bei Kennern in aller Welt der Inbegriff des deutschen Weins. Mit ihm verbindet sich die Vorstellung eines leichten, ja filigranen Weissweins, dessen Qualität nicht auf Fülle oder Wucht, sondern auf Feinheit beruht. Weine dieses Typus findet man nur sehr selten auf der Erde. Um genau zu sein: nirgendwo sonst. Zum Leichten, Spielerischen kommt das unverwechselbare Geschmacksprofil des Moselrieslings hinzu: hochmineralisch mit Apfel- und Grapefruitnoten im trockenen Bereich, im restsüßen mit zartfruchtigen Tönen, die an Pfirsich, Mandarine, Honigmelone, im gereiften Zustand auch an Quitte erinnern. Das Ganze durchzogen von einer frechen Säure. Mosel - das ist eine eigene Welt.   
Freilich war diese Welt nicht immer heil. Durch die von Napoleon verfügte Realteilung zersplitterte im 19. Jahrhundert der Besitz vieler Winzerfamilien. Zahlreiche Betriebe waren nicht mehr lebensfähig , obwohl die besten Moselweine zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf den internationalen Märkten Spitzenpreise erzielten. Viele Winzer hatten nur die Wahl zwischen Armut oder Wegzug. Von heiler Welt keine Spur. Die Lage verschärfte sich noch, als 1907 die Reblauskatastrophe über die Mosel hereinbrach. Der grösste Teil der Rebberge wurde verwüstet. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als Deutschland in Trümmern lag, waren die Rieslinge vom Bernkasteler Doctor und der Wehlener Sonnenuhr zwar international immer noch stark gefragt. Doch leider waren (und sind) nicht alle 4000 Moselwinzer in diesen Lagen begütert. Die meisten waren froh, dass Grosskellereien und Genossenschaften ihnen die Trauben (beziehungsweise den Most oder den Jungwein) abnahmen. Doch was diese dann daraus machten, zerstörte auf Jahrzehnte die Lust der Deutschen auf einheimischen Wein. Bis in die 1980er Jahre hinein war die Mosel eher berüchtigt als berühmt für ihre für lieblichen Spätlesen vom Typ „Kröver Nacktarsch": Weine, die mit Zuckerwasser aufgepäppelt und mit hoch geschwefeltem Most gesüßt wurden, um aus randvoll geschenkten Römergläsern mit grünem Fuss getrunken zu werden, nicht selten unter Absingen alberner Trinklieder. Die Römergläser gibt es auch heute noch, die lieblichen Spätlesen ebenfalls. Aber sie sind nicht mehr repräsentativ für das Bild von der Mosel.
Dass die Mosel eine Welt für sich ist, zeigt sich auch an anderen Besonderheiten. Die Vegetationsperiode dauert 120 bis 140 Tage, also deutlich länger als in anderen Gebieten. Die besseren Weine werden erst ab der zweiten Oktoberhälfte gelesen. Ausserdem vergären nirgendwo so viele Spitzenwinzer ihre Weine spontan. Schliesslich gibt es an der Mosel noch zahlreiche unveredelte Rieslingreben, deren genetischer Code aus der Zeit vor der Reblauskatastrophe stammt. Sie wurden und werden bis heute vegetativ vermehrt, weshalb sie „Wurzelechte" genannt werden - ein wertvolles weinbauliches Erbe, das es in anderen Gebieten nicht gibt. Auch die Moselwinzer selbst sind eine Spezies für sich - zumindest die der älteren Generation. Ihre Gefühlslage ist teilweise noch immer vom Mangel und von der Not der Vergangenheit geprägt. Die Beziehungen untereinander sind vielerorts von Misstrauen und Distanz geprägt. Erfolge werden geneidet. Das Misstrauen schlägt leicht in Missgunst um. Die jungen Winzer mögen anders empfinden. Doch die Verkrampfungen lösen sich nur langsam.  
Die Mosel ist kein grosses Anbaugebiet. Es zieht sich zwar von der französichen Grenze bis zur Mündung in den Rhein bei Koblenz über 245 Flusskilometer hin, belegt aber nur Platz 5  unter den deutschen Weinanbaugebieten. Und es gibt Stimmen, die meinen, es sei immer noch zu groß: Die Hälfte der Rebfläche müsse eigentlich gerodet werden, weil die Reben auf den Höhen von Hunsrück und Eifel wachsen oder auf den Schwemmlandböden in den Flussniederungen, argumentieren sie. Der Wein, der dort entstehe, sei zwar ebenfalls leicht und filigran, aber nicht fein und meistens auch nicht aus Rieslingtrauben gekeltert, sondern aus Müller-Thurgau, Kerner, Dornfelder und ähnlich zweitrangigen Sorten. Dem Einwand kann, wer strenge Masssäbe anlegt, nicht widersprechen. Aber anspruchsvolle Konsumenten interessieren sich sowieso nur für die Weine von der anderen, besseren Hälfte der Mosel. Also von dort, wo die Reben in steilen, nach Süden oder Südwesten ausgerichteten Hängen stehen, die sich bis zu 200 Meter über dem mäandernden Fluß auftürmen. Dort befinden sich die schütteren, leicht erwärmbaren Böden, die die Wärme an die Reben abstrahlen. Dort prallen die Sonnenstrahlen im 90 Grad-Winkel auf die Erde.  Pünderich, Erden, Ürzig, Wehlen, Bernkastel, Brauneberg, Piesport, Trittenheim und Leiwen - so heissen die Orte, die dort liegen. Sie haben jene Weine, die der Mosel vor hundert Jahren zu Weltruf verholfen haben.
Alle diese Dörfer liegen im Bereich Mittelmosel. Er ist das Herzstück des Anbaugebiets. Dort findet man den berühmten grau-blau schimmernden Schiefer, der 400 Millionen Jahre alt ist und aus dem Devon stammt. Er gibt den Weinen ihren ausgeprägt „schiefrigen" Geschmack. Dort haben Winzer wie J. J. Prüm, Fritz Haag, Thomas Haag von Schloss Lieser und Ansgar Clüsserath ihre Reben stehen.
Den kalkarmen Devoschiefer findet man auch an Ruwer und Saar, zwei Nebenflüssen der Mosel, an denen ebenfalls seit ältesten Zeit Weinbau betrieben wird. Die beiden Gebiete sind geografisch höher gelegen und somit kühler als die Mittelmosel. Die Ruwer-Weine fallen oftmals noch rassiger aus, sind noch verspielter und können noch filigraner sein. Beispiel: der Karthäuserhof der Familie Tyrell. Auch die Saar-Weine prunken mit „strammer" Säure, wie die Winzer sagen. Aus dem Umstand, dass die Weinberge dort regelmäßig von Frühfrösten heimgesucht werden, haben die Winzer eine Tugend gemacht. Sie lassen einen Teil ihrer Trauben bis in den November oder Dezember hinein hängen und bekommen, wenn das Thermometer unter minus 7° Celsius fällt, grandiose Eisweine. Egon Müller und Geltz Zilliken haben dort ihre Weinberge. Übrigens sind die Namen Ruwer und Saar seit 2008 aus der offiziellen Bezeichnung des Anbaugebiets getilgt worden - zum Ärger der ortsansässigen Winzer.
Auch an der Obermosel (zwischen Trier und Wasserbillig an der Grenze zu Luxemburg) wird Wein angebaut, allerdings hauptsächlich Elbling. Die untere Mosel ist dagegen wieder Rieslingland. Dieser Bereich zwischen Zell und Koblenz ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der Weintrinker geraten, nicht zuletzt durch die aussergewöhnlichen Rieslinge von Heymann-Löwenstein. Dort sind die Lagen nicht flurbereinigt, was dazu geführt hat, dass viele Winzer den Weinbau aus Rentabilitätsgründen aufgegeben haben. Die geblieben sind, erzeugen heute in heroischer Handarbeit auf abenteuerlich hohen, oft nur handtuchgrossen Terrassen einige der spannendsten Moselrieslinge überhaupt. Manche der Terrassen sind wie alpine Klettersteige mit Seilen gesichert und nur über Treppen oder Leiterchen erreichbar. Um schwere Lasten zu transportieren, mussten an vielen Stellen Mini-Zahnradbahnen (Monorack) in die Hänge montiert worden. Winningen, Hatzenport, Pommern, Bremm - so heissen dort die bekanntesten Weindörfer an der Terrassenmosel, wie dieser Abschnitt genannt wird. Dort findet sich mehr quarzitischer Sandstein als Schiefer, wodurch die Weine etwas kräftiger und körperreicher ausfallen als an der Mittelmosel. Sie schmecken besonders mineralisch, ja oft richtig salzig. Mit den „Kröver Nacktarsch"-Spätlesen von einst haben sie soviel zu tun wie ein Rainer Werner Fassbinder-Opus mit einem klebrigen Heimatfilm.  
Insgesamt liegt der Anteil trockener Weine an der Mosel bei etwa 18 Prozent - so niedrig wie in keinem anderen deutschen Anbaugebiet. Die trockenen Qualitäten findet man am häufigsten im Bereich der einfachen Gutsweine. Spätlesen werden nur vereinzelt trocken ausgebaut, und selbst wenn „trocken" auf dem Etikett steht, kann die Restsüße durchaus 10 Gramm/Liter betragen. Einige der besten Winzer sind sogar der Überzeugung, dass der trockene Weintypus an der Mosel deplaziert ist. Egon Müller und J. J. Prüm verzichten beispielsweise auf trockene Weine - und damit auch auf Grosse Gewächse. Diese sollen laut VDP auch an der Mosel 10 Gramm/Liter Restsüße nicht überschreiten, um das „trockene Erscheinungsbild" zu gewährleisten. Restsüße in dieser Grössenordnung ist bei Moselweinen kaum schmeckbar, da die Säuren allgemein hoch liegen. Dennoch passiert es immer wieder, dass Spitzenweine diese Grenze überschreiten (unter anderem weil spontan vergoren) und dann nicht als GG, sondern nur als Riesling „Erste Lage" auf den Markt kommen dürfen.
Viele Moselwinzer sind der Meinung, dass der Charakter ihres Riesling am besten bei Weinen zum Ausdruck kommt, die eine zarte, schmeckbare Restsüsse aufweisen. Weinliebhaber schliessen sich dieser Auffassung immer häufiger an. Sie ziehen halbtrockene Weine mit einem Restzucker-Anteil zwischen 12 und 18 Gramm/Liter den trockenen Exemplaren vor. „Feinherb" wird diese Geschmacksrichtung genannt. Oder sie gehen sogar auf die „fruchtigen" Weine mit einem Restzucker von über 18 Gramm/Liter. Bei diesen Weinen ist das Spiel zwischen Süße und Säure noch raffinierter. Ausserdem erweisen sich die fruchtigen und feinherben Weine als ausserordentlich langelebig, während der Charme der trockenen Weine nach einigen Jahren langsam verblasst.
Eine Spezialität, wie es sie sonst nirgendwo auf der Welt gibt, sind die edelsüßen Weine, die überall an der Mosel regelmäßig und in höchster Qualität geerntet werden: Auslesen, Beerenauslesen, Trockenbeerenauslesen und Eisweine. Sie werden aus extrem spät gelesenen Trauben oder Beeren erzeugt, die am Stock von der Edelfäule befallen wurden, sich bräunlich verfärben und von hässlichem Schimmel überzogen werden. Aber gerade diese Trauben ergeben Weine von schwerer Süße, die dennoch leicht und spielerisch über die Zunge laufen, weil sie von einer sehr hohen Säure geädert sind. Sie weisen nur 9 Vol.%, Trockenbeerenauslesen und hochgrädige Eisweine sogar nur 7,5 Vol.% Alkohol auf - im Gegensatz zu den Sauternes aus Frankreich, die doppelt so alkoholreich  sind. Diese Weine, oft in mühsamer Handarbeit „gepiedelt" (wie die Moselaner das Herauszupfen edelfauler Beeren aus der Traube nennen), sind rar und entsprechend teuer, bieten aber unvergessliche Geschmackserlebnisse. „Schweiss der Engel" schwärmen die Kenner.

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  1. Riesling trocken "Vom Schiefer" (000032)

    Riesling trocken "Vom Schiefer"  - Lobenbergs Gute Weine
    Ansgar Clüsserath, 2015, 0,75 l
    Lobenberg 92-93
    26660H Deutschland - Mosel Saar Ruwer
    9,00 €
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    €/l 12,00
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  2. Riesling trocken "Steinreich" (000034)

    Riesling trocken "Steinreich"  - Lobenbergs Gute Weine
    Ansgar Clüsserath, 2015, 0,75 l
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    Ansgar Clüsserath, 2015, 0,75 l
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    15,00 €
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  4. Trittenheimer Apotheke Riesling Spätlese (fruchtsüß) (000037)

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    Trittenheimer Apotheke Riesling Auslese (fruchtsüß)  - Lobenbergs Gute Weine
    Ansgar Clüsserath, 2015, 0,50 l
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    Clemens Busch, 2013, 0,75 l
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    24226H Deutschland - Mosel Saar Ruwer
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    Riesling "vom blauen Schiefer" Fass 1533  - Lobenbergs Gute Weine
    Clemens Busch, 2015, 0,75 l
    Lobenberg 97-98
    27785H Deutschland - Mosel Saar Ruwer
    19,90 €
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    Marienburg Riesling Großes Gewächs  - Lobenbergs Gute Weine
    Clemens Busch, 2014, 0,75 l
    Lobenberg 95-97, Gerstl 19, Winespectator 93
    25779H Deutschland - Mosel Saar Ruwer
    26,00 €
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    €/l 34,67
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    Lobenberg: Der Mund ist zart und verspielt, und zugleich durchaus ... [mehr]
  9. Marienburg Riesling Großes Gewächs "Fahrlay" (000042) Ökowein

    Marienburg Riesling Großes Gewächs "Fahrlay"  - Lobenbergs Gute Weine
    Clemens Busch, 2012, 0,75 l
    Lobenberg 97-99, Falstaff 94, Weinwelt 92
    22590H Deutschland - Mosel Saar Ruwer
    30,00 €
    weiß
    €/l 40,00
    inkl. 19% MwSt., zzgl. Versandkosten
    Lobenberg: Die Lage Fahrlay liegt, wie der Name schon sagt, genau ... [mehr]
  10. Marienburg Riesling Großes Gewächs "Fahrlay" (000043) Ökowein

    Marienburg Riesling Großes Gewächs "Fahrlay"  - Lobenbergs Gute Weine
    Clemens Busch, 2015, 0,75 l
    Lobenberg 99-100, Weinwelt 95
    27786H Deutschland - Mosel Saar Ruwer
    32,00 €
    weiß
    €/l 42,67
    inkl. 19% MwSt., zzgl. Versandkosten
    Lobenberg: 12-12.5% Alkohol, ca. 5g Restzucker, 8-9g Säure. Es handelt ... [mehr]

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